Neuigkeiten
by Anna Diehl
Also, es passiert so viel hier in Cairu und in der Gemeinde, dass ich nun mal ein bisschen berichten muss. Grundlegend ist zu sagen, dass ich in Cairu in einem Kloster wohne, das 1650 gebaut wurde und seitdem kaum etwas daran getan wurde, d.h. ich lebe in einer „Bruchbude“. Das Kloster wird aber zur Zeit renouviert und ich muss sagen, dass ich mich trotz einfachster Verhaeltnisse hier richtig wohl fuehle. Ich habe ein kleines Zimmer mit Waschbecken, einem kleinen Tisch, einem Stuhl, zwei Betten (wovon eins als „Schrank“ dient) und einem genialen Ausblick auf die „Stadt“ und das Meer. Einen Strand gibt es hier nicht, da die Insel Cairu keine Kueste zum Atlantik hat, weil die beiden grossen Inseln Tinharé und Boipeba davor liegen. Diese beiden Inseln, sowie weitere 23 kleine Inseln, gehoeren zur Gemeinde von Cairu und stellen somit meinen „Arbeitsraum“ dar. Eigentlich werden alle Strecken mit dem Boot zurueckgelegt, was sehr lustig ist und ich somit auch lerne, ein Boot zu steuern!Vom Kloster aus haben wir 2 Boote, ein schnelles und ein langsames. Das schnelle Boot ist aber leider seit 2 Tagen betriebsunfaehig und so mussten wir gestern mit dem langsamen in ein Dorf fahren, was 2 Stunden gedauert hat. Das Gute an diesem Boot ist, dass man sich Haengematten reinhaengen kann und die Fahrt dann sehr gemuetlich ist.
Also meine Hauptarbeit, von Dienstags bis Donnerstags, besteht darin, mit zwei Jugendlichen und einer Schwester in die Doerfer der Gemeinde Cairu zu fahren und dort eine Art Registrierung vorzunehmen, eine Statistik ueber die Lebensverhaeltnisse aufzustellen. Dabei werden die Fragen nach der Anzahl der Kinder, deren Bildungsstand, ob die Eltern verheiratet sind usw. gestellt. Wir gehen von Haus zu Haus bzw. von Huette zu Huette und wirklich alle Brasilianer laden uns ein und sind sehr, sehr gastfreundlich (was ich von Deutschland in dieser Art und Weise nicht gewoehnt bin). Die Arbeit hier in Brasilien verlaeuft ganz anders als in Deutschland und die Arbeitszeiten sind nicht so ganz festgelegt. Wir fangen meist so gegen 9Uhr an und machen dann bis 16 oder 17 Uhr, mit einer Mittagspause von 12-14Uhr. Das Schoene an meiner Arbeit ist, dass ich rum komme und die Menschen und ihre Mentalitaet kennenlerne.
Ausser meiner Hauptarbeit begleite ich noch Frei Lucas oder einen der anderen, wenn diese irgendwohin fahren, damit ich moeglichst viel zu sehen bekomme. So war ich zum Beispiel letzte Woche von Donnerstag bis Dienstag in Boipeba auf der Insel Boipeba bei der Schwester, mit der ich zusammenarbeite, und habe Strandurlaub gemachtHier ist zur Zeit noch Winter und die Temperaturen bewegen sich sich um die Mitte 20 – Anfang 30 Grad Celsius- ganz angenehm!
Die Stadtverwaltung von Cairu hat mich noch gebeten Montags Abends einen Englischkurs fuer ein paar Jungendlich zu geben, damit diese sich ein wenig Geld mit der Rumfuehrung von Touristen verdienen koennen. Mit diesem Kurs habe ich aber noch nicht angefangen, da ich die letzten Montage immer weg war (Boipeba,Salvador…)
Sozialkontakte habe ich schon einige geschlossen, da die Brasilianer sehr offen und unheimlich an der „Deutschen“ interessiert sind. Hier im Kloster treffen sich immer viele Jugendliche um zu musizieren und so habe ich nun auch schon ein paar Lehrer, die mir das Gitarrespielen beibringen. Im Gegenzug dafuer mache ich mit ihnen ein bisschen Englisch, was unheimlich lustig ist. Hier wird viel gelacht, gesungen, getanzt und insgesamt ist das Leben hier sehr freulich und laut- toll!!
Mit der Sprache komme ich auch immer besser zurecht, ich verstehe immer mehr und wenn man langsam mit mir spricht alles und meine sprachlichen Faehigkeiten erweitern sich stetig.
Also, das wars mal wieder fuers Erste und ich hoffe, ich habe einige offene Fragen bantworten koennen (mit Gruss an Resi?!)!!!Ansonsten einfach immer Fragen stellen…




